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Naturschutzinstitut Dresden

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) verfügt über sieben verbandseige-
ne Naturschutzinstitute; drei davon finden sich in Sachsen; es sind die einzi-
gen in den neuen Bundesländern.
Ihre Entstehung hängt eng mit der politischen Wende von 1989 zusammen. Der große Nachholbedarf an Naturschutzarbeiten in Sachsen führte zu der Überlegung, die naturschutzfachlichen Arbeiten in mehreren, dem Landesver-
band angegliederten Naturschutzinstituten anzusiedeln.

NSI Dresden

Das NSI Dresden befindet sich in der Weixdorfer Straße, unweit der BAB A 4. Ein räumlicher Schwerpunkt der Tätigkeiten des Naturschutzinstitutes liegt im Dresdner Elbtal, welches nicht nur viele Kunst- und Kulturschätze wie z. B. den Zwinger, die Semperoper oder die Frauenkirche besitzt, sondern auch große Naturschönheiten wie die unverbaute Elbe mit ihren Stromtalwiesen, die mit alten Laubbäumen bestockten Elbhänge und die große Dresdner Heide aufweist.
Das Landschaftspflegeteam des NSI hat seinen Sitz im alten Lindenhof in-
mitten des Zentrums seines Haupteinsatzgebietes, der alten Kulturlandschaft des Moritzburger Teichgebietes ca. 20 km nördlich von Dresden. Ein dritter Schwerpunkt der NSI-Aktivitäten befindet sich in der Lausitz, die bundesweit durch das Vorkommen zweier Wolfsrudel bei Naturfreunden bekannt wurde.

1993 wurde es als Einrichtung des Naturschutzbundes Landesverband Sach-
sen e. V. gegründet und ist seit 1996 eingetragener Verein als Arbeitsgruppe des NABU LV Sachsen e. V. Seit 1998 betreibt das NSI zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Osterzgebirge die Naturschutzstation Schwarz-
bachtal bei Dippoldiswalde.
Das NSI Region Dresden ist Mitgesellschafter der Lausitzer Seenland gGmbH und gehört zu den Projektträgern des Naturschutzgroßprojektes „Lausitzer Seenland“ in der Braunkohle-Bergbaufolgelandschaft nördlich von Hoyers-
werda.

Arbeitsschwerpunkte 2011

  • Koordinierung und Umsetzung des sächsischen Artenschutzpro-
    gramms Weißstorch
  • Mitarbeit im Naturschutzgroßprojekt des Bundes „Lausitzer Seenland“ bei Hoyerswerda
  • Planung und Umsetzung von Populations- und Biotopverbundprojekten in Sachsen, z. B. Pilotbiotopverbundprojekt Moritzburg, Grünes Band (ehemalige innerdeutsche Grenze)
  • Betreuung, faunistische Kartierungen und Naturschutzberatung in europäischen Schutzgebieten (FFH, SPA) und International Bird Areas (IBA) in Sachsen
  • Durchführung spezieller artenschutzrechtlicher Prüfungen und Umset-
    zung abgeleiteter Naturschutzmaßnahmen
  • Artenschutzprojekte für Lungenenzian, Orchideen und weitere bedrohte Pflanzenarten
  • Biotoppflege und Betreuung von ca. 80 ha Wiesenflächen im Moritz-
    burger Teichgebiet
  • Pflege und Pflanzung von Streuobstwiesen im Dresdner Stadtgebiet und Moritzburger Raum
  • Faunistische Untersuchungen zur Käferfauna Sachsens (Schwerpunkt xylobionte Käfer)
  • Schutz, Bestandsentwicklung und Populationsökologie von Wachtel-
    könig, Kiebitz, Rebhuhn und anderen Bodenbrütern in Sachsen
  • Schutzprojekt für gebäudebewohnende Tierarten (Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalbe, Turmfalke, Haussperling, Hausrotschwanz, Fleder-
    mäuse) bei Gebäudesanierung und Abriss
  • Siedlungsdichte, Bestandsentwicklung und Schutz der Spechte, Greif-
    vögel und Eulen
  • Untersuchung der Auswirkungen von Windkraftanlagen auf das Verhal-
    ten und die Raumnutzung von Vögeln und Fledermäusen
  • Monitoring relativ häufiger Brutvögel auf sächsischen Probeflächen und Auswertung der Kartierungsergebnisse
  • Faunistische und geobotanische Untersuchungen zu landschafts-
    pflegerischen Begleitplänen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Grünordnungs- und Bebauungsplänen und weiteren eingriffsrelevan-
    ten Planungen sowie zu Planungen des Naturschutzes (z. B. Schutz-
    würdigkeitsgutachten, Pflege- und Entwicklungspläne, Management-
    pläne für Natura-2000-Gebiete)

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