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Errichtung von Nisthilfen für den Weißstorch
Weißstorch - Informationsblatt Nr.3
(Internetausgabe 5/2002)
1. Anfertigung von Nestunterlagen und Aufbringung von Nistmaterial
Nestunterlage: |
- Kreisrundes Metallgitter (Durchmesser möglichst 1,5 m, mindestens jedoch 1,1 m) oder - Quadratischer Holzrost (Kantenlänge 1,500 m) oder - Wagenrad (Durchmesser 1,1 - 1,5 m) |
Wegen der längeren Haltbarkeit sind kreisrunde Metallgitter aus rostfreiem Material zu bevorzugen.
Das Metallgitter besitzt in der Mitte eine Öffnung zur Befestigung auf dem Mast. Am Außenrand werden im Abstand von 300 mm senkrechte Haltestifte (Länge 150 mm) angebracht.
In das Metallgitter und die Haltestifte wird Reisig eingeflochten (optimal Weide, Besenginster), auf das eine Schicht Kartoffelkraut, Queckenrhizome und Grassoden aufgebracht wird. Diese Auflage ist insbesondere am Außenrand mit wasserbeständiger weißer Farbe (lösungsmittelfrei, umweltfreundlich) zu bespritzen, wodurch eine Lockwirkung auf nestsuchende Störche entsteht.
1.1. Nestunterlage Modell Großenhain
1.2. Nestunterlage Modell Teschner
Stückliste:
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Pos. |
Stück |
Benennung |
Material |
Bemerkung |
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1 |
1 |
Felge |
Fl. 45x6x3440 |
12 Löcher Ø 12 |
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2 |
1 |
Nabe |
Ø 132x5x50 |
unten je 4x10 ausklinken |
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3 |
12 |
Speiche |
Rd. 10x710 |
nach Schweißen 30° hochbiegen |
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4 |
1 |
Abdeckkappe |
Bl. 3x270x270, achteckig |
achtfach 12x40 ausklinken, biegen, schweißen |
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5 |
1 |
Abdeckscheibe |
Bl. 1x Ø 160 |
12 x ausklinken für Speichen |
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5.1 |
1 |
Dämpfungsplatte |
Tfl. PVC 2x Ø 150 |
Innenloch für Arretierung |
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6 |
1 |
Arretierung |
Ø 32x150 |
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7 |
4 |
Strebe |
Fl. 50x8x1000 |
Abkantlängen: oben 80, unten 120 |
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8 |
2 |
Halbe Mastschelle |
Fl. 50x8 |
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9 |
1 |
Betonmast |
Zapfende Ø 145, Innenloch Ø 40 |
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10 |
2 |
Sechskantschraube |
M16x70 |
mit Muttern |
1.3. Verbreiterung einer Nestunterlage
Zu kleine Nestunterlagen können durch Anbringen von schräg nach oben ragenden Speichen auf einen Durchmesser von ca. 1500 mm verbreitert werden (siehe folgende Zeichnung). In die Speichen wird Reisig eingeflochten.
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Verbreiterung einer Nestunterlage |
Pos. 1 |
1 Stk |
Felge |
Fl. 8x40x3720 |
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Pos. 2 |
12 Stk |
Speiche |
Rd. 10x250 |
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2. Nisthilfen auf Gebäuden
Es gibt mehrere bewährte Vorschläge für Nisthilfen, die das Dach schonen und weitgehend sturmsicher sind.
2.1. Nisthilfe auf dem First
Arten: Dachreiter, Reisigbündel, Wagenrad, Kombination Wagenrad auf Dachreiter
Die bevorzugte Form ist der DACHREITER. Er liegt beiderseitig vom Dachfirst wie ein Sägebock auf den Dachflächen eines Satteldaches auf. Seine beweglichen Schenkel passen sich jedem Dachwinkel an. Dachreiter sind einfach herzustellen und handlich. Sie lassen sich am vorgesehenen Platz aus Einzelstücken zusammensetzen und erleichtern das Umsetzen bei notwendigen Bauarbeiten. Die Schwerpunktlage ist günstig, eine Verankerung mit Gewindebolzen am Firstbalken oder an vom Dachdecker befestigten Tritt- oder Leiterstützen ist ratsam. Weiter kann eine Aussparung der Träger für First-Dachsteine oder ein Unterfüttern der Träger zum Schaffen des Freiraumes erforderlich sein.
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Materialliste: |
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| Holz: | 4 |
Träger |
geeignete Holzarten: Eiche (Löcher müssen vorgebohrt werden!), Lärche, Ulme, Robinie, Kiefer | |
| 8 |
Bretter 1500 x 150 x 25 |
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| Kleinteile: |
32 2 8 |
Holzschrauben Sechskantschrauben Haltestifte |
verzinkt mit Muttern Rd. 5 - 10, 150 lang |
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Montage: |
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Dachreiter |
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2.2. Nisthilfe auf Schornstein
2.2.1. Stillgelegter Schornstein
- Aufbringen eines Metallgitters mit Nistmaterial in der o.g. Form
(siehe Punkt 1.) oder
- Aufbringen eines Gummireifens mit Nistmaterial
2.2.2. Betriebener Schornstein
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Auch auf einem beheizten Schornstein kann eine Nisthilfe errichtet werden, die jedoch mittels Tragstützen einen Abstand von mindestens einem Meter zur Schornsteinoberkante haben muß (Rauchabzug). Unter dem Metallgestell ist eine feuerfeste Platte als Brandschutz für das Nistmaterial anzubringen. Schornsteine in der Nähe von Weißstorchnestern sind mit einem Schutzgitter oder stabförmigen Abweisern zu versehen, um das Hineinstürzen bzw. Landen der Störche zu verhindern. |
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Nisthilfe auf stillgelegtem Schornstein, besteigbar, mit Absicherungsschiene für den Nestbetreuer |
Nisthilfe auf betriebenem Schornstein |
3. Nisthilfe auf Mast
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Material: Holz, Beton, Eisenkonstruktion (die Masthöhe soll mindestens 7 m betragen) |
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Betonmast mit Steighilfe |
Holzdreibock |
Leitungsmastnest:
Aus Sicherheitsgründen für den Weißstorch und die elektrische Anlage sind keine Nisthilfen auf E-Masten, die stromführende Leitungen tragen, zu errichten. Bei Bauversuchen durch den Weißstorch ist umgehend ein Ersatznest in der Nähe, aber in möglichst ungefährlicher Lage anzubieten (z.B. Mast). Auf dem E-Mast ist ein stabförmiger Abweiser anzubringen, der die Störche an der Landung und damit Fortsetzung der Bauversuche hindert. Bei hartnäckigen Festhalten am Neststandort besteht die Möglichkeit, eine über den Stromleitungen erhöhte Nestunterlage anzubringen. Dies aber nur, wenn andere Ersatznester nicht angenommen werden. In allen diesbezüglichen Fällen ist unverzüglich Verbindung zum zuständigen Energieversorgungsunternehmen herzustellen.
Aufstellen des Mastes:
Der einzugrabende Teil muß ein Sechstel der gesamten Mastlänge betragen, dabei beachten, dass mindestens 7 m Masthöhe übrigbleiben!
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Mastbefestigung im Boden: |
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Aufstellen eines Holzmastes mit Nestunterlage |
Am Mast sind Vorrichtungen zu seiner Besteigbarkeit (Nestpflege, evtl. Beringung) anzubringen. Bewährt haben sich leiterförmig angeordnete Metallstäbe sowie eine kleine Trittplattform unterhalb der Nestunterlage, von der aus der Betreuer die Arbeiten am Nest durchführen kann. Um unbefugtes Besteigen des Mastes zu verhindern, endet die Steigleiter ca. 3 m über dem Boden (siehe Bauzeichnung).
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Mastbefestigungen: |
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1 |
4 Seitenstützen |
Winkeleisen L 40x40x1200 |
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2 |
2 Schellen |
Bandeisen (40 breit) mit Befestigung für Seitenstützen |
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3 |
1 Aufstiegsleiter |
Winkeleisen L 60x60, Sprossen Rd. 15, Sprossenabstand 500, |
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4 |
1 Seitlicher Auftritt |
Schelle mit Winkeleisen 1000 lang, |
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Betonmast mit Aufstiegsleiter |
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Nisthilfe auf Mast an Stirnseite des Gebäudes:
Der Mast wird direkt am Giebel aufgestellt und mit Schellen an der Giebelwand befestigt (Firstüberragung - Marderschutz).
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Vorteile: |
- sehr dachschonend |
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- einfach zu besteigen und zu kontrollieren (einfache Pflege) |
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- Marderschutz |
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- kein Einlassen in den Erdboden erforderlich (bei Holz Staunässe am Fuß vermeiden !) |
4. Nisthilfe auf Bäumen
Die Errichtung einer Nisthilfe auf Bäumen wird wegen der schwierigen Anbringung und des ständigen Pflegeaufwandes (Zurückschneiden der über den Nestrand ragenden Äste) nur in Ausnahmefällen zweckmäßig sein. Bei der Anbringung der Nestunterlage sind genügend starke, gesunde Äste auszuwählen.
Eine mögliche Variante, da baumschonend und geringeren Aufwand erfordernd, ist das Aufstellen eines Mastes "im Baum", wodurch der Eindruck eines Baumnestes entsteht. Doch auch in diesem Falle ist das Freischneiden von nachwachsenden Ästen außerhalb der Brutsaison notwendig.
In allen Fällen ist eine Mardersicherung in Form einer Draht- oder Blechmanschette (evtl. auch mehrere !) anzubringen.
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Marderschutz |
Baumnest |
5. Organisation und Kosten
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Zur Planung und Durchführung der dargelegten Weißstorch-Schutzmaßnahmen sollte in jedem Falle eine Abstimmung mit "Weißstorch-Einrichtungen" oder Naturschutzbehörden (siehe Informationsblatt Nr. 2) erfolgen. Von diesen werden Hinweise zu Finanzierung sowie technisch-organisatorischer Ausführung der Vorhaben gegeben. Die Kosten zur Errichtung einer Nisthilfe betragen etwa 750 EURO, wobei sich der Aufwand, insbesondere für Transport und Aufstelltechnik, bei gleichzeitiger Projektierung mehrerer Anlagen erheblich reduziert. Das ist aber nur durch gebietsübergreifende Organisation und Nutzung vorhandener Erfahrungen möglich. Die Finanzmittel sind bei der Unteren Naturschutzbehörde zu beantragen (Eigenanteil beachten !). |
Kostenaufschlüsselung (EURO): |
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200,00 |
Unterlage mit Steigleiter und Trittplattform |
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75,00 |
Reisiggeflecht |
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150,00 |
Mast (Holz) |
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75,00 |
Betonfüße (2) |
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35,00 |
Beton (0,25 m3) |
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15,00 |
Kleinmaterial für Montage |
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200,00 |
Transport und Montage (stark abhängig von der Anzahl der in einem Arbeitsgang zu errichtenden Nisthilfen) |
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Ein wichtiges Ziel dieses Informationsblattes besteht auch darin, Anregungen für die Beobachtung aller diesbezüglichen Vorgänge (z.B. Nestkämpfe, Bauversuche auf Elektromasten, Fremdstoffe in Nestern, Baumängel an Nisthilfen) zu geben, aus denen sich Hinweise an die zuständigen Stellen ableiten.
Zum Thema Weißstorch sind diese Informationsblätter bereits erschienen:
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Nr. 1: |
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Nr. 2: |
Wie dem Storch helfen? Handlungsanleitung für den Weißstorchschutz |
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Nr. 4: |
Anlegen und Verbessern von Nahrungshabitaten (z.B. Tümpel, Kleinteiche, Feuchtwiesen) |
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Nr. 5: |
Spendeninformation:
Spenden bitte an das Spendendurchlaufkonto der Landeshauptstadt Dresden:
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Konto der Landeshauptstadt Dresden |
Stadtsparkasse Dresden |
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Konto-Nr.: |
0140 000 130 |
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BLZ: |
850 551 42 |
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Verwendungszweck: |
NSI Vereins-Nr. 355 |
Bitte unbedingt Verwendungszweck mit NSI-Vereinsnummer angeben, sonst kann Ihre Spende nicht dem Naturschutzinstitut Dresden als Empfänger zugeordnet werden!
Falls keine Spendenbescheinigung benötigt wird, kann direkt an das Konto des NSI Region Dresden überwiesen werden. Bitte erfragen Sie per E-Mail, Fax oder telefonisch hierzu die Bankdaten.
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Die Erarbeitung dieses Informationsblattes erfolgte mit Unterstützung der Bearbeiter: G. Becker |
AG Naturschutzinstitut Region Dresden Albertstraße 24 01097 Dresden |
E-Mail: nsi-dresden@gmx.deHomepage: http://www.naturschutzinstitut.deFax: 0351-8020034 Tel.: 0351-8020033 |
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Internetausgabe gefördert durch: |
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