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Die Karteikarte hat ausgedient – LfULG bittet NABU um Mitarbeit bei einheitlicher Computererfassung von Naturschutzdaten 2009

Im Frühjahr dieses Jahres war auf Einladung des für die Computerverwaltung der Artdaten im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) verantwortlichen Mitarbeiters, Herrn H. Lueg, eine kleine Delegation des NABU Sachsen (M. Olias, Naturschutzinstitut Freiberg; M. Stapff, Naturschutzinstitut Wurzen und der Autor) im LfULG zu Besuch. Besprochene Themen dieses sehr informativen Tages waren das aktuell vom LfULG genutzte Erfassungs-
programm MultiBase CS sowie der Umfang und die Art der Datenlage im NABU-Landesverband. Abschließend formulierte das LfUG die Bitte an den NABU, im Interesse eines wünschenswerten Datenaustausches in Zukunft möglichst umfassend das Erfassungsprogramm MultiBase CS einzusetzen.

Die Erfassung der Beobachtungen vorrangig geschützter Arten in unseren Basisgruppen wird heute (noch) sehr unterschiedlich gehandhabt. Von Null über das in DDR-Zeiten genutzte Karteikartenschreiben, Beobachtungstage-
bücher (privater Datenfriedhof) oder Exel-Tabellen mit verbalen Ortsangaben bis zu eigenen GIS-gestützten PC-Programmen (Datensatz wird einem Punkt einer im PC vorhandenen Karte zugeordnet) ist alles vorhanden.

Das LfULG ist in Sachsen die oberste Fachbehörde für den Naturschutz. Hier werden unter anderem grundsätzlich Aussagen zum Bestand geschützter Arten getroffen, Artenschutzprogramme entworfen, aber auch Anfragen zu großräumigen Planungen beantwortet. Deshalb ist aus fachlicher Sicht ein möglichst umfassender Überblick zum Vorkommen der Arten aller Artengrup-
pen wünschenswert, um Fehlaussagen zu vermeiden. Die heute unkomplizier-
teste Methode des Datenaustausches ist die der Nutzung des gleichen PC-Programms bei Absender und Empfänger.

Das bereits oben genannte MultiBase CS ist sicher kein Programm, das den Naturschutzfachmann auf Anhieb wunschlos glücklich macht. Es ist aber an individuelle Wünsche anpassbar und nach Hinweisen an die sächsische Entwicklungsfirma optimierbar. Eingabemasken mit unterschiedlichsten speziellen Angaben liegen bereits zu zahlreichen Artengruppen vor. In der Einarbeitungszeit benötigt der Dateneingeber sicher deutlich mehr Zeit für die Aufnahme aller Daten einer Beobachtung als für eine Notiz in ein Tagebuch. Neben der möglichen Datenübergabe an andere Anwender ergeben sich aber phantastische Möglichkeiten der eigenen Zusammenfassung, Auswertung, Darstellung der Ergebnisse in verschiedenster Art, incl. auf Karten und/oder Luftbildern, aber auch der öffentlichen Präsentation.

In den vergangenen Monaten hat die Entwicklerfirma des Programms nach meiner Vermutung an alle NABU-Basisgruppen Material zum genannten Pro-
gramm übergeben. Gegenwärtig beträgt der Preis für die Version „Erfasser“ 99,– € und für die „Professional“-Variante 349,– € (+ Versandkosten). Das könnte durchaus in einem von einer Basisgruppe finanzierbaren Bereich lie-
gen. Da die „Erfasser“-Grundvariante nur stark eingeschränkte Möglichkeiten in Bezug auf die Kartendarstellung aufweist, empfehle ich NABU-Gruppen mit größeren Datenmengen und dem Willen zu eigenen Repräsentationen und Auswertungen die „Professional“-Variante. Neueste Entwicklung in Bezug auf die für Auswertungen etc. zusätzlich erforderlichen digitalisierten Meßtisch-
blätter (MTB) ist das Angebot von vierfarbigen MTB 1:25.000 (MagicMaps) für ganz Sachsen (oder ein anderes Bundesland) für ca. 20,– € je kompletten Satz.

Im Ergebnis kann ich die Anschaffung unter Berücksichtigung der im Text genannten positiven, offenen und negativen Punkte durchaus empfehlen.
Zum Abschluss des Besuches im LfULG wurde von unserer Seite dargelegt, dass die in der Freizeit unserer Mitglieder erfassten und mit einem nicht unerheblichen Aufwand eingegebenen Daten nicht zum Nulltarif abgegeben werden könnten. Dies nahm das LfULG zur Kenntnis. Der von mir geleitete NABU-Fachgruppe Eilenburg hat es übrigens in den letzten 18 Jahren manche DM und manchen € eingebracht, dass Erfassungsdaten an Ingenieurbüros übergeben wurden. Geld, das in die Arbeit der Fachgruppe und in Naturschutz-
projekte investiert werden konnte und bei mancher Planung die für die Natur unverträglichste Variante vermieden hat.

Thomas Krönert, Naturschutzinstitut Wurzen

Interessierte können sich direkt an die Firma wenden.
E-Mail: vertrieb@3-4-u.de, Telefon: 03520 439844


Entdeckertag in Wurzen-Dehnitz

Zum 1. Entdeckertag im Naturpark Muldenland am 3.10.2009 öffnete das NABU-Naturschutzinstitut in Wurzen-Dehnitz die Tore seines Dreiseitenhofes; die vielfältigen Angebote wurden von den Besuchern gern genutzt.
An der mobilen Saftpresse konnten die mitgebrachten Äpfel zu Saft gepresst werden, ein Pomologe half bei der Bestimmung der alten Obstsorten. Die NABU-Fachgruppe Ornithologie und Herpetologie Falkenhain bot interessante Informationen bei der Untersuchung von Gewöllen der Schleiereule und der Bestimmung heimischer Fledermäuse. Mit viel Spaß probierten die Besucher auch den Tast- und Fühlpfad der Gruppe aus. Die Regionalgruppe Klosterholz zimmerte mit den kleinen Besuchern Mini-Insektenhotels.
Ein Hotel für gebäudebewohnende Tierarten, der 1:4 Nachbau eines Trafo-
hauses, stand ebenfalls im Hof. In einer kleinen Ausstellung konnte man Ein-
blick in die Arbeit des Institutes und die Initiativen der NABU-Gruppen erhalten.

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Fotos: © Ina Ebert

 


Der Muldehof

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Fotos: © Ralf Mäkert, NABU Archiv


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