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Zooökologische Effizienzkontrolle auf Ausgleichs-
flächen des Flughafens Leipzig/Halle

Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH beauftragte im Jahr 2001 das Naturschutz-
institut, AG Region Leipzig, mit zooökologischen Effizienzkontrollen auf Aus-
gleichsflächen für die neue Start- und Landebahn Nord. Zur Bewertung der Ausgleichsflächen erfolgte die Erfassung mehrerer Tierartengruppen im Ge-
biet vom Geländespeicher Nord bis zur Ersatzfläche für das Flächennaturdenk-
mal (FND) „Gerbisdorfer Sandgruben“. Eine Biotopkartierung diente der Erfas-
sung des aktuellen Zustandes. Wassermollusken, Libellen, Heuschrecken, Laufkäfer, Amphibien, Reptilien und Vögel wurden erfasst.


Geländespeicher Glesien.                                                                          Foto: Ralf Mäkert

Das Untersuchungsgebiet ist vielfältig strukturiert. Bei der Biotopkartierung wurden 23 verschiedene Biotoptypen festgestellt, von denen neun in Sachsen gefährdet sind. Die im Gebiet der Ersatzfläche gefundene Pracht-Nelke ist in Sachsen vom Aussterben bedroht. Die vorhandenen, zum Teil naturnahen Ge-
wässer bilden den Lebensraum für elf Mollusken- und 22 Libellenarten, da-
runter mehrere in Deutschland und Sachsen gefährdete Arten. Keilflecklibelle, Kleine Königslibelle und Südlicher Blaupfeil sind in Sachsen vom Aussterben bedroht. In Säumen, Frischwiesen, Halbtrockenrasen und an Gewässerufern wurden 22 Heuschreckenarten nachgewiesen, unter denen sich mehrere in Deutschland und Sachsen gefährdete Arten befinden. Von den 22 erfassten Laufkäferarten sind zwei in Sachsen gefährdet. Die in der Ersatzfläche gefun-
dene Wechselkröte besiedelt bevorzugt junge Gewässer mit Rohbodenan-
schnitt und ist in Deutschland und Sachsen stark gefährdet. Insgesamt wur-
den sechs Amphibien- und eine Reptilienart nachgewiesen. Fast 80 Prozent der 82 beobachteten Vogelarten sind Durchzügler und Nahrungsgäste. Greif-
vogelhorste befinden sich auf Starkbäumen am Geländespeicher Nord. Grau-
ammer, Rotmilan, Schwarzmilan und Teichhuhn sind streng geschützte Vo-
gelarten nach Bundesnaturschutzgesetz.
Die Erfassungsergebnisse wurden bewertet und Schlussfolgerungen für Art und Umfang der zukünftigen Landschaftspflege abgeleitet. Das Gebiet besitzt eine regional den Erwartungswerten entsprechende, in Teilen eher überdurch-
schnittliche Artenvielfalt. Das Anlegen der Ausgleichsflächen mit Gewässern und Wiesen hat sich gelohnt, sie stellen eine Bereicherung der ansonsten ausgeräumten Agrarlandschaft dar. Die Untersuchungen wurden fortgesetzt.


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